Tagung der APK in Kooperation mit der BAG GPV und NetzG

vom 6. bis 8. September 2021 in Bremen

Förderung der Selbstbestimmung und Vermeidung von Zwang

Psychisch erkrankte Menschen fordern zurecht Mitsprache und Mit-Entscheidung ein. Das Recht auf Selbstbestimmung erhält zunehmende Bedeutung. Vor diesem Hintergrund sind Zwangsmaßnahmen und Einschränkungen von Freiheitsrechten im Rahmen psychiatrischer Hilfen kritisch zu beleuchten und weitestmöglich zu vermeiden. Bewährte und noch zu entwickelnde Strategien und Konzepte für personenzentrierte Hilfen müssen weiterentwickelt und verbreitet werden.

Auf der Tagung wurden Ergebnisse des BMG-geförderten Projektes „Vermeidung von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem (ZVP)“ vorgestellt. Das Projekt wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde gemeinsam mit der Aktion Psychisch Kranke und weiteren Projektpartnern durchgeführt. Zugleich stand die Verknüpfung mit den aktuellen gesundheitspolitischen, rechtlichen und fachlichen Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene auf der Agenda.

Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit, der APK, der BAG GPV und NetzG, die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in Bremen Claudia Bernhard, der Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg Manfred Lucha, Prof. Dr. Volker Lipp , Universität Göttingen, stellv. Vorsitzende des Ethikrates, und Dr. Elke Prestin (NetzG) leiteten die Tagung mit Beiträgen aus rechtlicher, ethischer und psychiatrischer sowie aus Nutzer-Perspektive ein.

In weiteren Fachbeiträgen und insgesamt 8 Symposien standen im Fokus:

  • Erfahrungen und Empfehlungen aus dem ZVP-Projekt zur Zwangsvermeidung insbesondere Monitoring, regionale Verankerung, Zwangsvermeidung als Qualitätsprinzip, Strategien in der Behandlung, Pflege und Rehabilitation
  • Personenzentrierte Hilfen, Hilfe bei Krisen, kürzlich von Peers
  • aktuelle Entwicklungen in der Rechtsprechung und Gesetzgebung
  • Transparenz durch einheitliche Dokumentation von Zwangsmaßnahmen
  • Zwang und Zwangsvermeidung in Heimen
  • Die Rolle der Sozialpsychiatrischen Dienste

Im Anschluss fand am 08. September der Selbsthilfetag in Kooperation mit dem Bundesweiten Netzwerk seelischer Gesundheit NetzG und zahlreichen weiteren Selbsthilfeorganisationen statt. Unter dem Thema „Das Jahr der Vielfalt – Diversität in Selbsthilfe und Selbstvertretung“ haben Selbsthilfeorganisationen und -initiativen Beispiele für ambitioniertes Selbsthilfeengagement aufgezeigt.

Die Veranstaltung wurde über die APK-Homepage in Form eines Live-Streams übertragen.

Im Folgenden finden Sie das Programm und die freigegebenen Präsentationsfolien:


Das Programm der Jahrestagung und des Selbsthilfetages als pdf-Datei herunterladen.


Präsentationen der Jahrestagung "Förderung der Selbstbestimmung und Vermeidung von Zwang":

Volker Lipp: Rechtliche Entwicklungen zu Zwang und Vermeidung von Zwang

Matthias Rosemann/Ulrich Krüger: Das Projekt "Vermeidung von Zwang im psychiatrischen Hilfesystem"

Klaus Obert: Geschlossene Unterbringung im Gemeindepsychiatrischen Verbund (in Stuttgart)

Matthias Rosemann: Runder Tisch Vermeidung von Unterbringung in Berlin

Ingmar Steinhart: Heimunterbringung in Zahlen

Ralph Marggraf: Kooperation zur Vermeidung von Unterbringungen nach dem PsychKG

Matthias Rosemann: Systematische Erfassung, Bewertung und Vermeidung von Zwangsmaßnahmen in regionalen Hilfesystemen

Ulrich Krüger: Leid und Unrecht: Die Stiftung Anerkennung und Hilfe

Detlev Gagel/Klaus Petzold: Krisendienste und ÖGD

Matthias Albers: Netzwerk Sozialpsychiatrische Dienste

Katharina Fröhlich: Monitoringsystem zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen (MoSy VeZ) - das Instrument

Peter Winterstein: Reformbedarfe bei Verfahrensfragen

Christoph Engels: Eingliederungshilfe und Selbstbestimmung

Martin Zinkler: Selbstbestimmung bei psychiatrischen Hilfen in Bremen - Offene Krankenhausbehandlung