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Inhalte und Ziele

Das Projekt mit dem Titel: „Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland – Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse“ wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert und geht vom 1. November 2014 bis zum 31. Dezember 2016.

Ziele des Projekts sind sowohl die Bestandsaufnahme der quantitativen als auch der qualitativen Versorgungssituation psychisch kranker Kinder und Jugendlicher zu erörtern, dazu gehört u.a. die Verzahnung und Zugänglichkeit von Leistungen sowie die Analyse der Zielgruppenerreichung und Behandlungsergebnisse.

Die folgenden Themen stehen dabei im Fokus:

  • Ambulante und stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und Rehabilitation
  • Sonstige Leistungen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche nach SGB V z.B. im Rahmen der kinderärztlichen Versorgung und sozialpädiatrische Zentren
  • Verzahnung der SGB V-Leistungen mit weiteren Leistungsbereichen:

    • Leistungen in Zuständigkeit der Länder und Kommunen (z.B. Kinder- und Jugendhilfe oder Kinder- und jugendpsychiatrischer Dienste, Beratungsleistungen einschließlich Suchtberatung, schulpsychiatrischer Dienst)
    • Sonstige Sozialgesetzbücher (SGB VIII, SGB IX, SGB XII)

  • Jugendliche und junge Erwachsene: Transition in die Erwachsenensysteme und Übergänge in die Arbeit
  • Abgleich regionaler Besonderheiten: urbane/ländliche Regionen, Ost/West, soziale Brenn-punkte, soziodemographische Besonderheiten etc.
  • Umfang und Qualität von Hilfeleistungen außerhalb psychiatrisch und psychotherapeutischer Dienste und Einrichtungen

Zielgruppe

Primäre Adressaten sind:

  • Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen und/oder (drohender) seelischer Behinderung
  • Eltern psychisch kranker Kinder und Jugendlicher sowie sonstige Angehörige
  • Kinder mit einem erhöhten Risiko eine psychische Störung zu entwickeln, z.B. Kinder psychisch kranker Eltern und andere psychisch belastete Kinder und Jugendliche, bei denen noch präventiv der Entwicklung einer psychischen Störung vorgebeugt werden kann

Sekundäre Adressanten sind:

  • Verantwortliche für die Planung, Steuerung und Organisation von Hilfen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche
  • Ärzte/Ärztinnen, Psychotherapeuten/Psychotherapeutinnen, Sozialarbeiter/Sozialpädagoginnen, Psychologen/Psychologinnen, Pflegekräfte und sonstige professionelle Helfer/Helferinnen für psychisch kranke Kinder und Jugendliche
  • Lehrerinnen und Lehrer in Schulen für Erziehungshilfe und in der inklusiven Beschulung

Methodische Vorgehensweise

Wissenschaftliche Analysen

Der empirische Teil sieht vor, bestehende Daten zur Epidemiologie und zur Versorgungssituation von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen in Form von Sekundäranalysen aufzubereiten. Verwendet werden sollen u.a. die Daten der ersten Welle des KiGGS-Surveys sowie die Krankenhaus- und Krankenkassendaten. Hierzu ist eine enge Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt beabsichtigt.

Weiterhin wird es Literaturübersichten zu den Themen Strukturqualität, Forschungsaktivitäten in der Epidemiologie und der Versorgung, Zwangsmaßnahmen und Freiheitsentzug sowie Psychopharmakoepidemiologie geben. Aufbauend auf der Sichtung und Zusammenfassung der epidemiologischen und Versorgungsdaten werden eigene quantitative und qualitative Studien durchgeführt, die gezielt bestehende Wissenslücken füllen sollen, um Handlungsempfehlungen abzuleiten und die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher langfristig zu verbessern.

Ständiger Austausch mit Praxisvertretern

Die Ergebnisse der Datenerhebungen und –analysen werden im Rahmen einer eigens für das Projekt gegründeten Expertenkommission besprochen und die weitere Vorgehensweise mit der Kommission abgestimmt. Die Expertenkommission ermöglicht einen aktiven fachlichen Austausch im Rahmen des Projekts und die Einbringung von Ideen, Wünschen und Anmerkungen. Mitglieder und Mitgliederinnen der Expertenkommission sind ausgewählte Vertreter und Vertreterinnen von Ministerien sowie relevanter Bundesarbeitsgemeinschaften, Verbände, Fachgesellschaften und Vereine (siehe Kooperationspartner).

Neben der Expertenkommission wird es jeweils zwei Workshops im Jahr geben, an denen spezielle Themen anhand von Fachvorträgen und Foren erörtert und diskutiert werden. Zu diesen Workshops werden Vertreter und Vertreterinnen von Ministerien sowie relevanter Bundesarbeitsgemeinschaften, Verbände, Fachgesellschaften und Vereine auf einer breiteren Ebene eingeladen (siehe Workshops).